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Pädiatrie und Neugeborenenpflege

Primäre HHV-6-Infektionen äußern sich auf unterschiedliche Weise. Eine HHV-6-Infektion geht häufiger mit einer unspezifischen fiebrigen Erkrankung zwischen 6 Monaten und 2 Jahren einher.1 Zu den häufigsten Symptomen gehören Fieber und Hautausschlag.1 HHV-6 wird höchstwahrscheinlich über den Speichel gesunder Personen übertragen und gelangt über eine Schleimhautoberfläche in den Körper. Nach einer Inkubationszeit von 10 bis 15 Tagen beginnt die Krankheit mit einem Prodromalstadium mit leichtem Schnupfen, Halsschmerzen und Bindehautrötung, gefolgt von hohem Fieber.5 Einige Tage später sinkt das Fieber und der Ausschlag der Roseola beginnt in Form von kleinen, erythematösen, erhabenen Papeln am Rumpf, die sich 1 bis 3 Tage lang auf den Hals und die Extremitäten ausbreiten.4 Eine HHV-6-Infektion ist häufig mit dem ersten Auftreten gutartiger Fieberkrämpfe im Kindesalter verbunden. Während diese Anfälle eher mit der fiebrigen Reaktion auf die HHV-6-Infektion zusammenhängen, gibt es eine Untergruppe von Patienten, bei denen eine direkte HHV-6-Infektion des zentralen Nervensystems für die Anfälle verantwortlich ist. Die Häufigkeit solcher Fälle von Enzephalitis und Meningo-Enzephalitis ist unklar, da bei Kindern mit einfachen und komplexen Fieberkrämpfen kein Basistest auf HHV-6 durchgeführt wurde. Darüber hinaus ist die genaue Rolle, die HHV-6 bei neurologischen Infektionen spielt, nicht genau bekannt. Zu den neurologischen Manifestationen der Krankheit können generalisierte, sich wiederholende und lang anhaltende Anfälle gehören. Ataxie, Schwäche, Halbseitenlähmung und Bewusstseinsstörungen können ebenfalls auftreten. Komplikationen wie Meningoenzephalitis und Enzephalopathie können schwerwiegend sein und zu einem schlechten Ausgang führen.1

Eine eindeutige Labordiagnose der HHV-6-Enzephalitis kann manchmal schwierig sein. Um festzustellen, ob HHV-6 ein ätiologischer Erreger der Enzephalitis ist, sollte der Liquor auf Anzeichen einer Virusinfektion untersucht werden, indem das Vorhandensein einer viralen Sequenz mittels PCR bestimmt wird. Erhöhte IgM-Werte im Serum können auf eine kürzlich erfolgte Infektion und eine mögliche postinfektiöse Enzephalitis hindeuten, sind aber möglicherweise nicht die direkte Ursache der ZNS-Erkrankung. Selbst ein positiver PCR-Test im Blut auf HHV-6 bestätigt nicht das Vorhandensein dieses Erregers im ZNS. Zur sicheren Diagnose einer aktiven ZNS-Infektion mit HHV-6 ist eine Liquorentnahme erforderlich, und positive Liquor-PCRs weisen auf eine aktive ZNS-Infektion mit HHV-6 hin. Während die Liquor-PCR definitiv ist, können IG M und PCR aus dem Serum dazu beitragen, die Diagnose zu sichern, bevor eine toxische Therapie eingeleitet wird.1

Patienten mit einer primären HHV-6-Infektion haben in der Regel einen milden Verlauf und benötigen in der Regel nur eine symptomatische Behandlung, z. B. fiebersenkende Mittel und Flüssigkeitszufuhr, aber keine andere spezifische antivirale Behandlung. Derzeit gibt es keine zugelassenen Therapien für die Behandlung der HHV6-Enzephalitis.6 Antivirale Medikamente wie Ganciclovir, Foscarnet und Cidofovir sind in der Regel immungeschwächten Patienten oder solchen mit ZNS-Beteiligung vorbehalten.4 Diese Medikamente waren nur in wenigen Studien und Fallberichten erfolgreich. Trotz des Mangels an kontrollierten Daten werden Foscarnet und Ganciclovir (Valganciclovir) als erste Behandlungslinie empfohlen, Cidofovir ist die zweite. Das International Herpes Management Forum empfiehlt den Einsatz von Foscarnet und Ganciclovir, entweder einzeln oder in Kombination, zur Behandlung fortschreitender neurologischer Erkrankungen aufgrund einer HHV-6-Infektion.6 Cidofovir, ein azyklisches Nukleosidphosphonat, hat sich in vitro als stärker hemmend erwiesen als Ganciclovir oder Foscarnet.7 Es ist jedoch unklar, wie gut es die Blut-Hirn-Schranke durchdringt, und es ist mit medikamentösen Toxizitäten verbunden, so dass es derzeit noch nicht für die Behandlung von HHV-6-Infektionen empfohlen wird.8 Ganciclovir in einer hohen Dosis von 18 mg/kg/Tag oder Foscarnet in einer Dosis von 60 mg/kg zweimal täglich wurde für die Behandlung einer HHV-6-Infektion des ZNS empfohlen.5 Die zuvor beschriebenen antiviralen Medikamente sind gegen aktive HHV-6-Infektionen wirksam, aber die Indikationen für die Behandlung sowie die Bedingungen und die Dauer der Medikamentenverabreichung sind bis heute nicht offiziell zugelassen.8 Neue antivirale Medikamente mit einem breiteren Wirkungsspektrum (z. B. Brincidofovir) und ihre Kombination mit einer Immuntherapie (z. B., IVIG) oder anderen Therapieformen sind erforderlich, um Roseolovirus-assoziierte ZNS-Komplikationen auf einer sehr sorgfältig ausgewogenen, individuellen Basis zu bekämpfen.5 Zahlreiche offene Fragen zur HHV-6-Infektion sollten zukünftige Forschungsarbeiten zur Pathophysiologie, Diagnose und Therapie dieses Virus anregen.

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